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Abhängigkeit hat verschiedene Ursachen, ist multikausal. Ebenso manifestiert sie sich auf verschiedenen Ebenen des Erlebens und Verhaltens. Für die Beratung / Behandlung ist eine der wichtigsten Konsequenzen daraus, dass sie ganzheitlich und multimodal mit den jeweils individuell passenden Beratungs- / Behandlungselementen in einem passenden ambulanten / teilstationären oder stationären Rahmen erfolgen muss.
Im Zentrum stehen dabei das Wiederentdecken des Selbst mit vielen somatischen und psychischen Nebenaspekten, das Wiedererlernen einer breit gestreuten anstelle einer ausschließlich eng focussierten Sichtweise, die “Entdeckung der Langsamkeit” (das gleichnamige Buch von S. Nadolny kann zur amüsierten Lektüre empfohlen werden) und damit verbunden die Fähigkeit ohne äußere Hilfsmittel tief zu entspannen und Kraft zu tanken, wie das psychotherapeutische Bearbeiten der individuellen Abhängigkeitsursachen.
Auch die Auseinandersetzung mit der Realität mit ihren innerpsychischen wie umweltbedingten Anteilen gehört zu den wichtigen Faktoren. Dies gilt um so mehr, als viele kokainabhängige Personen im Lauf ihrer Drogen”karriere” mehr und mehr den Kontakt zur Realität verloren haben und sich nur noch intoxikiert mit ihren Größenphantasien einerseits sowie ihren paranoiden oder Versagensanteilen andererseits und auf Entzug mit ihren depressiven Episoden kennen.
Fragen nach Sinnfindung spielen in diesem Prozess ebenso eine wichtige Rolle wie das Wiederfinden der Einfachheit, das Einsetzen aller Sinne zur Orientierung in der Umwelt, Selbstbeschränkung und das Wiederentdecken der Körperlichkeit im Zusammenhang mit dem psychischen Befinden. “Mens sana in corpore sano” ist auch hier ein wichtiger Leitsatz.
Demzufolge sind gesundheits- und wellnessfördernde Elemente neben den primär therapeutisch ausgerichteten ebenso bedeutsam wie Massnahmen, die das Erleben und die Sichtweisen in Frage stellen bzw. neu erlernen lassen.
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